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eine Frau schaut glücklich über eine Entscheidung

Warum Geben in Deutschland (noch) keine Selbstverständlichkeit ist – und warum sich das ändern darf

Die Spendeneinnahmen gehen zurück – und das hat nachvollziehbare Gründe. Doch jenseits der aktuellen Lage zeigt sich ein grundlegendes Thema: In Deutschland fehlt oft eine echte Kultur des Gebens. Warum das so ist, welche Rolle gemeinnützige Organisationen für unsere Gesellschaft spielen – und warum Engagement nicht nur anderen hilft, sondern auch uns selbst bereichert, darüber schreiben wir in diesem Beitrag.

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Von Bianca Sommerfeld
am
Thema: Kinderhilfe

Warum wir in Deutschland zu wenig geben – und was sich ändert, wenn diejenigen handeln, die es können

In den letzten Monaten hören wir es immer häufiger – in Gesprächen, in Netzwerken, unter Kolleginnen und Kollegen: Die Spendeneinnahmen gehen zurück.

Das überrascht zwar nicht wirklich, denn viele Menschen schauen gerade genauer hin, wofür sie ihr Geld ausgeben, das immer knapper zu werden scheint. Alles ist teurer geworden, vieles unsicherer. Da ist es nur logisch, dass Spenden nicht mehr für alle selbstverständlich möglich sind. Und trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick.

Denn neben den aktuellen wirtschaftlichen Gründen gibt es noch etwas anderes, das dabei eine Rolle spielt: In Deutschland ist Spenden keine tief verwurzelte Gewohnheit.

Im Vergleich zu anglo-amerikanischen Ländern fehlt hier oft die Tradition des Gebens. Dort gehört es für viele Menschen – gerade für diejenigen mit größeren finanziellen Möglichkeiten – ganz selbstverständlich dazu, einen Teil davon weiterzugeben. Auch in religiös geprägten Kontexten ist Spenden oft fest verankert. In Deutschland hingegen denken viele: Dafür gibt es doch den Staat. Das ist nicht falsch. Aber es ist auch nicht die ganze Geschichte.

Denn das, was gemeinnützige Organisationen leisten, geht oft über das hinaus, was staatliche Strukturen abdecken können. Sie arbeiten näher an den Menschen, reagieren schneller, probieren Dinge aus, für die es noch keine festen Strukturen gibt. Und gemeinnützige Organisationen schaffen Möglichkeiten, die sonst nicht entstehen würden. 

Und dafür brauchen sie Unterstützung. Einfach, weil sie ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind, ohne deren Arbeit vieles nicht möglich wäre und größere Not herrschen würde.

Uns ist dabei eines besonders wichtig: Wir wollen nicht jammern. Und wir wollen ganz sicher niemandem ein schlechtes Gewissen machen. Viele Menschen können im Moment schlicht nicht mehr geben als bisher – und das ist völlig in Ordnung.

Aber es gibt eben auch die anderen. Menschen, die finanziell gut aufgestellt sind.
Die sich vielleicht noch nie ernsthaft mit dem Thema Spenden beschäftigt haben.
Oder die es immer wieder vor sich herschieben. Für genau diese Menschen lohnt es sich, einmal innezuhalten. Denn Spenden ist mehr als „Geld geben“. Es ist eine Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen. Im Kleinen – aber mit echter Wirkung.

Und es ist etwas, das überraschend viel zurückgibt. Wer sich engagiert – finanziell oder persönlich – erlebt oft, dass daraus etwas entsteht, das im Alltag sonst schnell verloren geht: ein Gefühl von Sinn. Von Verbindung. Von „Ich kann hier wirklich etwas bewegen“.

Das ist kein großes Pathos. Das ist eine sehr konkrete Erfahrung. Und vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, sich damit zu beschäftigen. Nicht, weil es erwartet wird. Sondern weil es möglich ist.

Wir sehen jeden Tag, was Engagement bewirken kann. Beim SchutzengelWerk unterstützen wir Kinder, die in schwierigen Lebenssituationen aufwachsen – oft dort, wo Chancen nicht selbstverständlich sind. Wir ermöglichen konkrete Hilfe: Schulische Förderung, eine gesunde Ernährung, altersgerechte Freizeitangebote, die für Stabilität, Selbstvertrauen und Zukunftsperspektiven sorgen. Dinge, die im Leben eines Kindes den Unterschied machen können.

Und wir sehen gleichzeitig, wo genau diese Unterstützung fehlt. Für uns sind das keine abstrakten Zahlen. Es sind konkrete Kinder, konkrete Geschichten, konkrete Chancen, die entstehen – oder ungenutzt bleiben müssen.

Und genau deshalb möchten wir diesen Gedanken am Ende ganz bewusst zuspitzen:

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die geben können – dann tun Sie es.

Nicht irgendwann. Nicht „wenn es besser passt“. Sondern jetzt.

Suchen Sie sich eine Organisation, die Sie überzeugt. Informieren Sie sich. Stellen Sie Fragen. Und treffen Sie dann eine Entscheidung. Ob das wir sind oder eine andere Initiative, ist dabei zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie anfangen. Denn am Ende geht es nicht darum, ob in Deutschland eine Spendentradition existiert oder nicht. Sondern darum, ob wir bereit sind, sie entstehen zu lassen.

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