Es ist kurz nach 12 Uhr. Im Schutzengel-Haus in Steglitz herrscht noch entspannte Ruhe. Außer in der Küche. Dort ist Köchin Anett Draeger dabei, das Mittag vorzubereiten, das um 13 Uhr auf den Tisch kommt. Tofu-Geschnetzltes mit Gemüse steht auf dem Speiseplan. Jeden Tag kocht sie frisch für die durchschnittlich 45 Kinder, die täglich in der Schutzengel-Haus an der Bismarckstraße kommen. Das Essen ist für die Kinder kostenlos, ebenso wie die Tanz-, Sport- und Musikarbeitsgruppen, an denen die Besucher teilnehmen können, erzählt Bianca Sommerfeld von der Berliner Kinderhilfe Schutzengel. Finanziert wird das Haus vom Träger, der Johannes Kinder- und Jugendförderung, und Fördermitgliedern des Vereins. Sie seien die „Schutzengel“ für die Kinder, erklärt Sommerfeld. Während der Arbeit habe sich auch eine neue Bedeutung ergeben. „Wir wollen den Kindern beibringen, dass auch sie Schutzengel für andere Menschen sein können.“ Aber auch die Mitarbeiter des Projekts sind Schutzengel. „Wir gewähren Schutz und den Kindern die Sicherheit, dass dies ein Ort ist, wo sie sich aufgehoben fühlen können, dass es hier Menschen gibt, die ihnen zuhören und Aufmerksamkeit schenken“, erklärt Sommerfeld.

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Schutzengel-Haus macht Kindern nicht nur Freizeitangebote

Die 13-jährigen Nathan und Laura fühlen sich im Keller des Schutzengel-Hauses wohl. Hier können sie unter anderem am Mischpult Musik mixen. Foto: K. Menge
Steglitz. In der Bismarckstraße, Ecke Friedrichsruher Straße gibt es seit ein paar Wochen das "Schutzengel-Haus". Das Projekt der Johannes Kinder- und Jungendförderung bietet Schulkindern im Kiez die Möglichkeit, ihre Freizeit gemeinsam mit Gleichaltrigen zu verbringen.
An diesem Sommerferien-Freitag geht es verhältnismäßig ruhig in den 400 Quadratmeter großen Räumen zu. In den Ferien stehen vorwiegend Ausflüge auf dem Programm. "In der Schulzeit sind es in der Regel um die 40 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren, die zu uns kommen", sagt Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin des Schutzengel-Hauses Petra Saenger. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer sei in kurzer Zeit rasant angewachsen. "Das zeigt, wie hoch der Bedarf nach einem solchem Angebot auch in einem Bezirk wie Steglitz ist", erklärt Saenger.

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