Nikolassee. „In den Sommerferien ins Mittelalter reisen“ heißt ein gemeinsames Projekt des Museumsdorfs Düppel, der Berliner Kinderhilfe Schutzengel und des Heimatvereins Teltow. Mädchen und Jungen aus einkommensschwachen Familien, die nicht in den Urlaub fahren können, nehmen daran teil. Jeweils 20 Schulkinder im Alter von zehn bis 16 Jahren haben an je fünf Tagen Gelegenheit, im Museumsdorf das Mittelalter mit allen Sinnen zu erleben. „Sie sind total begeistert von dem Projekt“, erzählt Bianca Sommerfeld von den Schutzengeln. "Besonders gut gefällt ihnen, dass sie die alten Zeiten so spielerisch erfahren.“

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Prustend und lachend hüpfen die Kinder durch den Wasserstrahl, einige versuchen sich hinter einem Schild aus Kunststoff zu verstecken, aber keine Chance – am Ende sind sie alle nass und zufrieden. Was für ein schöner Abschluss einer ereignisreichen Woche im Museumsdorf Düppel! Dort hatte die Berliner Kinderhilfe Schutzengel erstmals zu einem Ferienprojekt für Kinder organisiert, die aus sozial schwachen Familien kommen. In zwei Durchgängen reisten die Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 16 Jahren ins Mittelalter, bauten Bogen und schossen damit, kämmten Wolle, sammelten Kräuter, buken Brot, schnitzten, ...
„Übergut“ habe ihm die Woche gefallen, sagt Ali. „Hier ist es schön. Man lebt mit der Natur und kann sich frei fühlen“, sagt der Elfjährige, der besondere Freude am Bogenbauen hatte. Sein Höhepunkt aber war, als er einen Knochen gefunden hat, den er auch mit nach Hause nehmen durfte.
Ali war bereits vor dem Ferienprojekt schon mal im Museumsdorf, bei eine Picknick des Projektes Pusteblume, ebenfalls von der Schutzengel Kinderhilfe organisiert. Und wiederkommen würde er jederzeit. „Gern auch länger. Oder eine Woche lang übernachten.“

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Es ist kurz nach 12 Uhr. Im Schutzengel-Haus in Steglitz herrscht noch entspannte Ruhe. Außer in der Küche. Dort ist Köchin Anett Draeger dabei, das Mittag vorzubereiten, das um 13 Uhr auf den Tisch kommt. Tofu-Geschnetzltes mit Gemüse steht auf dem Speiseplan. Jeden Tag kocht sie frisch für die durchschnittlich 45 Kinder, die täglich in der Schutzengel-Haus an der Bismarckstraße kommen. Das Essen ist für die Kinder kostenlos, ebenso wie die Tanz-, Sport- und Musikarbeitsgruppen, an denen die Besucher teilnehmen können, erzählt Bianca Sommerfeld von der Berliner Kinderhilfe Schutzengel. Finanziert wird das Haus vom Träger, der Johannes Kinder- und Jugendförderung, und Fördermitgliedern des Vereins. Sie seien die „Schutzengel“ für die Kinder, erklärt Sommerfeld. Während der Arbeit habe sich auch eine neue Bedeutung ergeben. „Wir wollen den Kindern beibringen, dass auch sie Schutzengel für andere Menschen sein können.“ Aber auch die Mitarbeiter des Projekts sind Schutzengel. „Wir gewähren Schutz und den Kindern die Sicherheit, dass dies ein Ort ist, wo sie sich aufgehoben fühlen können, dass es hier Menschen gibt, die ihnen zuhören und Aufmerksamkeit schenken“, erklärt Sommerfeld.

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Schutzengel-Haus macht Kindern nicht nur Freizeitangebote

Die 13-jährigen Nathan und Laura fühlen sich im Keller des Schutzengel-Hauses wohl. Hier können sie unter anderem am Mischpult Musik mixen. Foto: K. Menge
Steglitz. In der Bismarckstraße, Ecke Friedrichsruher Straße gibt es seit ein paar Wochen das "Schutzengel-Haus". Das Projekt der Johannes Kinder- und Jungendförderung bietet Schulkindern im Kiez die Möglichkeit, ihre Freizeit gemeinsam mit Gleichaltrigen zu verbringen.
An diesem Sommerferien-Freitag geht es verhältnismäßig ruhig in den 400 Quadratmeter großen Räumen zu. In den Ferien stehen vorwiegend Ausflüge auf dem Programm. "In der Schulzeit sind es in der Regel um die 40 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren, die zu uns kommen", sagt Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin des Schutzengel-Hauses Petra Saenger. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer sei in kurzer Zeit rasant angewachsen. "Das zeigt, wie hoch der Bedarf nach einem solchem Angebot auch in einem Bezirk wie Steglitz ist", erklärt Saenger.

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