Berlin - Die Politiker sollten alles daransetzen, dass die Schere zwischen arm und reich nicht weiter auseinandergeht.
Experten sagen: Wenn der Kampf gegen die Armut gelingen soll, muss die Politik bei den Kindern anfangen. Sie sind
schließlich unsere Zukunft.
Katri Bertram arbeitet für die Hilfsorganisation "Save the Children" mit Sitz in Berlin. Sie sagte dem KURIER: "Die Politik
sollte mehr die Kinder in den Mittelpunkt rücken und sie ruhig mit einbeziehen. Gesetze sollten auch in Berlin so geändert
werden, dass es möglich ist, alle Kinder gleich zu behandeln. Das ist es bisher noch nicht. Kinder aus armen Familien oder
Flüchtlingskinder haben nicht die gleichen Rechte in Bildung und Gesundheit. Das sollte sich schleunigst ändern. Wir
brauchen Chancengleichheit für alle.


Kaum einer kennt sich mit Armut in der Stadt besser aus als das Projekt "Berliner Kinderhilfe Schutzengel". Mädchen und
Jungen, die egal in welcher Form, benachteiligt sind, werden hier unterstützt. Ob kostenlose Nachhilfe oder Spielplätze.
Bianca Sommerfeld von den "Schutzengeln" sagt: "Je länger Kinder in Armut leben, desto schwieriger wird es. Wir müssen
den Kindern Vorbild sein, wenn es die Eltern nicht mehr schaffen." Fast jedes dritte Kind in Berlin wächst in einer
Hartz-IV-Familie auf. Ziel sei es, sie aus der Armutsspirale herauszuholen.
Auch Bianca Sommerfeld wird am Sonntag ihr Kreuzchen machen. An das künftige Abgeordnetenhaus und den Senat hat
sie folgende Wünsche: "Die Betreuung an Grundschulen und Kitas muss verbessert werden und kostenlos sein. Vormittags
und nachmittags." Die Gebäude von Schulen und Kitas müssten viel besser ausgestattet sein als bisher.
Benachteiligte Kinder und Jugendliche haben weniger Zugang zu Freizeitangeboten. Hier sollte der Senat nachbessern. "Wir
brauchen Impulse und Denkanstöße außerhalb vom Haushalt der Kinder. Die Politiker sollten Privatinitiativen, die sich um die
Mädchen und Jungen kümmern, mehr unterstützen."
Das Gesundheitszentrum für Obdachlose in Berlin feierte erst vor wenigen Tagen seinen 10. Geburtstag. Die Ärztin Jenny
De la Torre baute dieses Zentrum auf. Während der Feierlichkeiten am 6. September sagte sie, dass es immer schwieriger
wird, Menschen ohne Dach über dem Kopf irgendwo unterzubringen. "Früher hat man in einer Notunterkunft angerufen, die
hatten noch Platz. Das geht jetzt nicht mehr", so die Medizinerin, die früher an der Charité tätig gewesen ist.
Vom künftigen Senat forderte sie, die armen Menschen in Berlin nicht aus dem Blick zu verlieren. Man sollte ruhig Kontakt zu
ihnen aufnehmen. Der neue Senat sollte mehr Geld für die Obdachlosenhilfe zur Verfügung stellen, Wohnungen und
Arbeitsplätze. Gesundheitliche Betreuung allein reiche nicht. Die obdachlosen Menschen in Berlin brauchen Hilfe und eigenen
Mut, um den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden. Berlin hat schon gezeigt, dass man Menschen in Not helfen kann.

Berliner Kurier vom 16. September 2016, Christian Gehrke

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